Weitsicht-Preis 2007

Markus Mauthe (geb. 1969) ist gelernter Fotograf und hat durch seine Liebe zur Natur von Anfang an den Bereich der Landschaftsfotografie für sich entdeckt. In Form von Diaschauen, Buch- und Kalenderveröffentlichungen versucht er mit seiner Sichtweise, die Schönheit dieser Welt zu zeigen, um gleichzeitig auf die Notwendigkeit ihrer Erhaltung aufmerksam zu machen. Seit dem Jahr 2003 stellt er seine Fähigkeiten mit der Kamera schwerpunktmäßig in den Dienst und die Ziele der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Markus Mauthe erhält für seinen Einsatz für die Wälder der Erde den mit 5000,- Euro dotierten Weitsicht-Preis 2007.

Das Geld spendet er der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Die Laudatio spricht Dr. Thomas Henningsen von Greenpeace.

Mein Weg in die Wälder……

Es war ein Artikel im „Greenpeace Magazin“ der mich veranlasst hat meinen Job als Naturfotograf schwerpunktmäßig in den aktiven Umweltschutz zu verlegen. Zuvor bin ich eher als stiller Spender in Erscheinung getreten. Mit der Lektüre des Artikels „Die fantastischen Sieben“ war meine Zeit des Wegschauens endgültig vorbei. Alle großen Waldregionen wurden dort vorgestellt. Bäume übten auf mich schon immer eine Faszination aus, und so hat mich besonders die Tatsache schockiert, dass bisher 80% aller ursprünglichen Wälder auf unserem Planeten vernichtet oder in Wirtschaftswälder umgewandelt wurden. Die im Text vorgestellte globale Waldkampagne von Greenpeace hat das Ziel die noch vorhandenen 20% Urwald für kommende Generationen zu bewahren. Mir kam die Idee diese Kampagne in einem Medienprojekt umzusetzen. Möglichst vielen Menschen wollte ich in meiner Funktion als Fotograf und Vortragsreferent die Schönheit und Vielfalt dieser Lebensräume näher bringen.
Ein Anruf bei Greenpeace in Hamburg folgte. Dort gab man mir die Gelegenheit meine Vision vorzutragen. Im Laufe der Zeit entstand ein Vertrauensverhältnis zwischen mir und den dort Verantwortlichen, und aus einer Ansammlung von Gedanken wurden konkrete Taten.

So bin ich mit viel Enthusiasmus, Tatendrang und voll bepacktem Rucksack in die Welt gereist um sie dabei auch ganz neu zu begreifen. Insgesamt zehn Mal bin in den vergangenen fünf Jahren aufgebrochen um die sieben großen Waldregionen kennen zu lernen und mit meiner Kamera zu dokumentieren.

Jede Reise war wie ein kleines Mosaiksteinchen, die sich im Laufe der Zeit zu einem großen Bild zusammensetzten. Jeder Kontinent schenkte mir unvergessliche Augenblicke und ich hatte das Privileg einige der schönsten Naturlandschaften unserer Erde zu bewundern. Doch egal in welche abgelegene Ecke ich mich begab, die Probleme waren auch dort zu spüren und zu sehen.
Keine Region die nicht durch menschliche Interessen in Gefahr ist für immer verändert oder gar vernichtet zu werden – und das mit unüberschaubaren Folgen.

Ich habe in dieser Zeit viel über Zusammenhänge gelernt. Mir ist klar geworden dass besonders wir Menschen in den reichen Ländern ganz schnell begreifen müssen, dass soziale Missstände und Umweltprobleme in anderen Ländern mehr mit unserem Lebensstil zu tun haben, als uns vielleicht lieb ist. Wir müssen beginnen uns Fragen zu stellen und auf unbequeme Antworten gefasst sein. Unser Wohlstand nährt sich nach wie vor am Elend Anderer. In einer globalisierten Welt ist nur noch ganz wenig wirklich lokal. Der größte Anteil bis heute erhaltener Natur befindet sich in den ärmeren Ländern unserer Erde. Korrupte Regierungen und skrupellose Großkonzerne, häufig aus unserem Kulturkreis sehe ich als die größte Gefahr für unsere Wälder. Das Elend der Menschen ignorierend werden riesige Landstriche vernichtet um möglichst schnell maximalen Profit einzufahren.
Ich habe inzwischen des Öfteren an Greenpeace Aktionen vor Ort teilgenommen. Ich habe gesehen und am eigenen Leib zu spüren bekommen wie Aktivisten verhaftet, als Terroristen beschimpft, mit Tränengas verletzt und mit Feuerwerkskörpern beschossen wurden. Trotzdem und gerade deshalb bin ich sehr froh innerhalb dieser Gemeinschaft meine ideologische Heimat gefunden zu haben. Unabhängig, international, gewaltfrei und vor allem kreativ kann ich mit meinen Fähigkeiten auf Umweltprobleme und Menschenrechtsverletzungen hinweisen und mithelfen Lösungen durchzusetzen.

Als ich das Projekt begann wusste ich nicht wie nah ich mich am vielleicht schwerwiegendsten Problem befinde, mit dem die Menschheit heute konfrontiert ist, nämlich dem Klimawandel.
Dank des UN Berichtes zum Einfluss des Menschen auf unser Weltklima ist das Thema nun endlich in den Blickpunkt der Medien gerückt und beginnt sich im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Allein wenn wir endlich aufhören unsere letzten Urwälder zu vernichten reduzieren wir den Ausstoß von klimafeindlichen Gasen um 20 Prozent. Für viele Menschen ist Umweltschutz in ihrer Vorstellung nach wie vor mit Entbehrung und Einschränkung verbunden. Ich bin überzeugt, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Gelingt es uns den Klimawandel durch sparsameren Umgang mit Ressourcen und neuer innovativer Technik in den Griff zu bekommen, erhalten wir nicht nur die Vielfalt auf der Erde sondern schaffen auch Wohlstand und ein Leben in Würde für Alle. Eine Vision über die es sich nachzudenken lohnt. Vielleicht kann ja mein Vortrag ein kleiner Mosaikstein im Gesamtbild Ihrer persönlichen Meinungsbildung über Ihr zukünftiges Verhalten sein. Viel Freude auf unserer audio-visuellen Weltreise in die grünen Paradiese unserer Erde wünscht Ihnen Ihr

Markus Mauthe